8329 Dienstleister im Branchenbuch
Jetzt kostenlos anmelden | Login
amicella
Home

Ehren und Pflichten der Trauzeugen

Trauzeugen - Aufgaben und Pflichten Rein formell gesehen haben Trauzeugen lediglich die Aufgabe, die Eheschließung mit ihrer Unterschrift beim Standesamt und in der Kirche zu bezeugen. Doch schaut man über den drögen Formalitäten-Tellerrand hinweg, wird einem schnell klar, dass das „Amt“ des Trauzeugen sehr  ehrenvoll und ziemlich aufgabenreich ist.

Die schriftliche Beurkundung der Trauzeugen ist für die gesetzliche Eheschließung nicht mehr zwingend notwenig. Trotzdem halten die meisten Paare an dieser uralten Tradition fest und bestimmen eine Person als Trauzeugen, die ihnen besonders nahe steht.
Häufig finden sich Geschwister, Schwager, Schwägerin oder beste Freunde in dieser Rolle wieder. Als enger Vertrauter der Braut oder des Bräutigams verpflichtet sich der Trauzeuge, die Ehe auf Lebenszeit zu begleiten und zu unterstützen. Der Trauzeuge fungiert nun als Eheberater, Kummerkasten und Streitschlichter. Das ist viel Verantwortung, die da übernommen wird. Deshalb sollte die Wahl des Trauzeugen von den Brautleuten sehr, sehr gut überlegt sein. Und natürlich sollten sich auch die Auserwählten nur auf dieses Amt einlassen, wenn sie gewillt sind, es gewissenhaft auszuführen.

Schon vor der Trauung heißt es: Verantwortung übernehmen!

Wenn Sie diesen Artikel lesen, dann gehören Sie sicherlich zu den oben genannten Auserwählten. Glückwunsch! Freuen Sie sich über diese besondere Auszeichnung und das Vertrauen, welches Ihnen von den zukünftigen Eheleuten entgegengebracht wird! Doch nun bricht auch für Sie eine spannende und oftmals arbeitsreiche Zeit an – egal, ob sie der weibliche oder männliche Trauzeuge sind.
Die wichtigste Regel vorweg: Sprechen Sie ganz offen mit dem Brautpaar und klären Sie, was genau von Ihnen erwartet wird. Der Aufgabenbereich eines Trauzeugens kann sehr umfangreich sein. Manche Brautleute freuen sich darüber, möglichst viele Aufgaben delegieren zu können, andere hingegen möchten möglichst viel selbst in die Hand nehmen und fühlen sich vielleicht sogar auf den Schlips getreten, wenn ihnen alles abgenommen wird. Sprechen Sie deshalb den Ablauf der Hochzeitsvorbereitungen und der eigentlichen Feier detailliert ab. Anschließend erstellen Sie sich eine Aufgabenliste oder einen zeitlichen Ablaufplan, den Sie immer auf dem aktuellen Stand halten. So sind Sie stets auf dem Laufenden und verlieren keine Ihrer Pflichten aus den Augen. Schließen Sie sich wenn möglich mit dem zweiten Trauzeugen zusammen. Das spart viel Zeit, Arbeit und Nerven!

Nachfolgend eine Auflistung über mögliche Trauzeugenpflichten:

Vor dem Fest

  • Unterstützung beim Erstellen der Gästeliste und Einladungskarten
  • Berater-Funktion bei der Wahl der Lokalität
  • Wege zum Floristen, Konditor, Fotografen, Fahrdienst etc. übernehmen
  • Mit der Braut bzw. dem Bräutigam das Hochzeitskleid/den Hochzeitsanzug aussuchen
  • Planen des Junggesellen-/Jungesellinnen-Abschieds oder des Polterabends
  • Ansprechperson für alle Gäste, wenn es um Unterkünfte, Ablauf der Hochzeitsfeier, festliche Einlagen etc. geht
  • Verwalten der Geschenkeliste
  • Das Schmücken der Kirche und/oder des Festsaals

Während des Festes

  • Der Trauzeuge des Bräutigams hält die Trauringe beim Standesamt und in der Kirche bereit
  • Die Trauzeugin hilft der Braut am Hochzeitsmorgen beim Anziehen und beim Styling
  • Darauf achten, dass die Brautleute nicht vor lauter Aufregung ihr Frühstück vergessen
  • Dem Brautpaar alle Wünsche von den Augen ablesen! Die Garderobe richten, Glas Wasser reichen, Nerven beruhigen etc.
  • Bei der Beglückwünschung dem Brautpaar Geschenke und Karten abnehmen. Lose Karten gleich mit Tesafilm an die Geschenke heften.
  • Aussprechen eines Toasts auf das Brautpaar bzw. eine gefällige Tischrede halten
  • Sich um die Gäste kümmern. Fehlende Gesprächspartner ersetzen, Unzufriedenheiten abstellen, zum Tanzen animieren etc.
  • Stets über den genauen Programmablauf Bescheid wissen. Dabei störende Pausen oder zu viele Einlagen vermeiden.

Damit alle Gäste im Vorfeld über Ihr Amt als Trauzeuge Bescheid wissen, ist es sinnvoll, auf der Einladung mit einem entsprechenden Text darauf hinzuweisen. Der Hinweis könnte lauten: „Bei organisatorischen Fragen stehen Ihnen/Euch unsere Trauzeugen (Name, Kontaktdaten) gern zur Verfügung“.
Noch ein wichtiger Tipp: Da Sie sich beim Standesamt ausweisen müssen, achten Sie bitte darauf, dass Ihr Personalausweis gültig ist.

Do´s and Dont´s des Trauzeugens während der Hochzeitsfeier

Der perfekte Trauzeuge sorgt dafür, dass die Brautleute den schönsten Tag ihres Lebens wirklich genießen können. Er ist stets zur Stelle, wenn die Brautleute ihn brauchen. Er hat ein Gespür für mögliche Probleme und erstickt diese im Keim. Er kennt die meisten Gäste und weiß über ihre Vorlieben und Abneigungen Bescheid. Er hält sich dezent und vornehm im Hintergrund und zieht von dort aus alle wichtigen Strippen. Er verhält sich allen gegenüber loyal und zuvorkommend, ohne überheblich zu wirken.   

Was Sie auf keinen Fall tun sollten:
Ihr Outfit und Ihr Styling sollte niemals das der Braut bzw. des Bräutigams übertreffen! Die Hochzeit ist der große Tag des Brautpaares und nur die Brautleute sollten unangefochten im Mittelpunkt stehen.
Rennen Sie während der Feier nicht wie ein hektischer Wichtigtuer durch die Gegend. Sicherlich tragen Sie eine große Verantwortung, doch das sollte man Ihnen möglichst nicht anmerken.
Betrinken Sie sich nicht! Nichts ist peinlicher, wenn der Trauzeuge bei seiner Rede lallend und schwankend vor dem Brautpaar steht oder bei anfallenden Fragen oder Schwierigkeiten nicht mehr ansprechbar ist.
Stellen Sie Ihre Wünsche, Meinungen und Ansichten nicht über die des Brautpaares! Setzen Sie lieber alles daran, dass die feierlichen Tage so verlaufen, wie es sich das Brautpaar gewünscht hat.

Last but not least: Nehmen Sie Ihre Rolle ernst! Schließlich sind Sie Trauzeuge auf Lebenszeit!

 

[ zur Übersicht der News und Presseberichte ]