8329 Dienstleister im Branchenbuch
Jetzt kostenlos anmelden | Login
amicella
Home

„Die Braut, die sich nicht traut“ - Mythos oder Realität

BrautSicherlich haben Sie die Komödie „Die Braut, die sich nicht traut“ auch schon einmal gesehen und mit dem Hollywood-Traumpaar Julia Roberts und Richard Gere mitgeweint und mitgelacht. Roberts verkörpert in dem Film die Hauptfigur Maggie Carpenter. Die Frau leidet an einer sogenannten Gamophobie – sprich, die Angst vor der Ehe.

Jedes Mal, wenn sie als strahlend schöne Braut vor dem Traualtar steht, ergreift sie vor dem Ja-Wort panisch die Flucht. Typische Hirngespinste eines Hollywood-Regisseurs oder tatsächlich eine Story aus dem wahren Leben? Wir haben für Sie nach Antworten gesucht und dafür im Internet recherchiert und bei Standesämtern und Brautausstattern nachgefragt.

In Deutschlands Standesämtern wird zu 99,9 Prozent „JA“ gesagt

Fakt ist: Hierzulande macht es keinen Sinn, mit wehendem Brautkleid aus der Kirche zu fliehen. Schließlich ist die Ehe bereits nach dem Standesamtstermin mit der gegenseitigen Unterschrift rechtskräftig. Demnach müssten sich die Dramen á la „Runaway Bride“ schon in den Standesämtern abspielen. Aus Gesprächen mit Standesbeamten hat sich allerdings ergeben, dass nur ein verschwindend geringer Anteil der Brautleute tatsächlich „Nein“ bei diesem Zeremoniell sagt. Ein Standesbeamter berichtete, dass er in seiner 30jährigen Amtszeit nur einmal solch einen Eklat live erlebt hat. In diesem für ihn einzigartigen Fall war es die Braut, eine willensstarke, junge Frau, die sich eindruckvoll gegen die offensichtliche Zwangsehe wehrte. Das Hochzeiten mehrere Wochen, manchmal sogar nur einige Tage, vor dem Termin abgesagt werden, käme schon häufiger vor. Glücklicherweise sind das immer noch ziemlich gemäßigte Ausnahmen. Befragte Brautausstatter konnten diese Aussagen nur bestätigen. Sie wiesen in diesem Zusammenhang gleich darauf hin, dass die Rückgabe eines speziell angepassten Hochzeitskleides nur dann gestattet ist, wenn die Hochzeit aufgrund eines Trauerfalls abgesagt werden muss.

Zweifel und Ängste vor der Hochzeit sind normal

Ist er wirklich der Richtige? Kann ich ihr tatsächlich ein Leben lang treu bleiben? Wird uns der Ehealltag irgendwann einmal einholen? Habe ich mich überhaupt schon ausgetobt?
Nagen solche Fragen auch an Ihrem Gewissen? Keine Sorge - das ist völlig normal! Die meisten Eheleute in spe teilen diese schwankenden Gemütsverfassungen und das hat nichts mit dem Geschlecht zu tun. Vor allem Männern wird ja gern nachgesagt, dass sie kurz vor der Trauung kalte Füße bekämen. Das entspricht jedoch nur bedingt der Wahrheit, denn die Damen werden meist ebenso häufig von Zweifeln geplagt. Schließlich ist die Ehe eine umfassende und einschneidende Wende im Leben eines Menschen. Dieser Schritt sollte gut überlegt sein und nicht leichtfertig gemacht werden. Auch wenn Sie sich ganz sicher sind, dass der Mann oder die Frau an Ihrer Seite der Partner Ihres Lebens ist, wird sich trotzdem ab und an etwas Unbehagen in Ihnen breitmachen.
Psychiater sehen hierfür mehrere Ursachen: Viele Menschen haben Angst vor dem faden Ehealltag. Sie vertreten die Meinung, dass in einer offenen Beziehung mehr um den Partner gekämpft wird. Verheiratete hingegen würden sich auf den eingegangenen Bund ausruhen. Der angetraute Partner ist einem ja auf Lebenszeit „sicher“, deshalb muss man sich nicht mehr um ihn bemühen. Bei anderen ist es die Angst vor dem offiziellen, endgültigen Entschluss. Sie sehen die Eheringe als „kleinste Handschellen der Welt“. Insbesondere mit der lebenslangen Treue haben diese Menschen ihre Probleme. Ein weiterer Angstauslöser kann die gescheiterte Ehe der Eltern sein. Besonders wenn die Trennung in einer Schlammschlacht endete, kommen diese negativen Kindheitserinnerungen vor der eigenen Hochzeit unweigerlich zum Vorschein.

Was tun, wenn die Ängste überhandnehmen?

Nehmen Sie sich die Zeit und horchen Sie ganz tief in sich hinein. Versuchen Sie zu ergründen, was genau Ihnen Magenschmerzen bereitet. Sprechen Sie mit jemandem, dem Sie vertrauen. Ihr Trauzeuge ist z. B. ein idealer Ansprechpartner in solche Angelegenheiten. Wenn Sie ein gutes Verhältnis zu Ihrem Pfarrer, Pastor oder Pastorin haben, können Sie sich auch an ihn oder sie wenden. Hängt das Problem mit Ihrem Partner zusammen, ist ein klärendes Gespräch notwendig. Bestehende Unstimmigkeiten in Sachen Kinderwunsch oder bei Haus- und Jobangelegenheiten sollten möglichst vor der Hochzeit bereinigt sein. Schaffen Sie sich hierfür eine behagliche Atmosphäre und bitten Sie Ihren Schatz um einen „zukunftsweisenden Redeabend“. Wer weiß - vielleicht ist er Ihnen für diesen Vorschlag sogar richtig dankbar, da auch er mit dem einen oder anderen Zweifel zu kämpfen hat.

 

[ zur Übersicht der News und Presseberichte ]